HOTELIER DES JAHRES

Familie Barth, Favorite Parkhotel, Mainz

SPECIAL AWARD
Jens U. Sroka, Heimathafenhotels

Mainz. Im Jahr 1972 begründete der Mainzer Eberhard Barth mit seiner Ehefrau Kristina einen Familienbetrieb, ohne dass er das damals selbst schon so richtig wusste. Alles begann mit der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Christian Barth 1972 und der Übernahme des Stadtpark-Restaurants im selben Jahr.
„Das Lokal wurde 1966 eröffnet und hatte in den nächsten sechs Jahren sechs Pächter“, erzählt Christian Barth. Sein Vater Eberhard war die Nummer sieben, und er meinte es ernst mit dem Einstieg in die Gastronomie. Nach einiger Zeit kam er zum Ergebnis, dass sich zwar der Pachtbetrieb kaum trägt, aber im Eigentum wirtschaftlich betrieben werden kann. So kauften Eberhard und Kristina Barth das Restaurant 1978. Fünf Jahre später bauten sie 43 Hotelzimmer dazu, 1990 eröffneten sie einen Veranstaltungsbereich.
Der Zehnjahresplan
So wurde aus dem ursprünglichen Restaurant ein komplettes Tagungshotel. Es liegt direkt am Mainzer Volkspark, der grünen Lunge der Stadt, mit Wiese, alten Bäumen, Spiel- und Grillplätzen sowie Stellflächen für die Autos der Gäste. Während Vater Eberhard Baustein um Baustein hinzufügte, absolvierte der heranwachsende Christian Barth eine durchaus harte Ausbildung zum Koch im Gourmettempel Traube Tonbach in Baiersbronn. Zur selben Zeit war eine junge Frau zur Ausbildung in das Spitzenhaus im Schwarzwald gekommen. Sie hieß Anja, wurde in Nürtingen geboren und war derselbe Jahrgang wie Christian Barth. Dieser beschreibt das zarte Pflänzchen ihres Kennenlernens so: „Wir waren Kollegen, sie war am Buffet, ich in der Küche. Da trifft man sich öfter und dann haben wir das Herz füreinander entdeckt.“
Im Favorite Parkhotel arbeiten 135 feste Mitarbeiter, es gibt 16 Abteilungsleiter. „Es ist das beste Team aller Zeiten“, lobt Barth. Nach fast 15 Jahren als Gesellschafter bilanziert er: „Wir sind mit unserem Leben und dem Hotel glücklich und zufrieden.“ Christian Barth hat die Spezialisierung vieler Betriebe nicht mitgemacht. „Unser Haus ist ein Gemischtwarenladen. Wir machen alles, von der Hochzeit bis zur Beerdigung, dazu Wellness, Konferenzen, Wochenendtourismus.“
Der Schwerpunkt liegt jedoch auf Businessreisenden mit Tagungsgeschäft. „Der Erfolg liegt genau in dieser Streuung“, ist sich Barth sicher. „Die breite Aufstellung ist keine Oberflächlichkeit. Sie macht das Geschäft einfacher.“

St.Peter Ording., das ist für Jens Sroka Dreh- und Angelpunkt. Hier oben an der Küste hat der 43-Jährige sein erstes eigenes Hotel eröffnet. Die Küste, das Wasser ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Mittlerweile betreibt er in St. Peter-Ording und Heiligenhafen mehrere Häuser, die den Tourismus an Nord- und Ostsee aufgemischt haben: Sie heißen Beach Motel oder Bretterbude. Erst kürzlich hat Sroka die Häuser unter der Marke Heimathafen Hotels gebündelt. Ein Unternehmen mit Sitz in Hamburg, das in den nächsten Jahren von 270 auf 500 Mitarbeiter wachsen soll.
Aber zurück nach St. Peter-Ording. Srokas Vater gehörte hier seit dem Jahr 1985 das 4-Sterne-superior-Hotel Ambassador. Die Familie lebt in Hamburg, der junge Sroka verbringt aber viel Zeit an der Küste. Nach dem Abitur lebt er er einige Jahre im Ausland und absolviert eine Ausbildung zum Hotelfachmann im Kempinski Hotel Atlantic in Hamburg. Als sich sein Vater in den Ruhestand verabschieden möchte, entschließt sich Jens Sroka gemeinsam mit seinem Bruder Joern, den Eltern das Ambassador abzukaufen und nach St. Peter-Ording zurückzukehren. Hatte er keine Angst zu scheitern? „Von meinen Eltern habe ich ein Urvertrauen mitbekommen, dass, wer richtig Gas gibt, auch Erfolg haben kann.“ Und der Erfolg tritt ein: Mit Umgestaltungen und guter Werbung steigern sie die Belegung im Hotel in zwei Jahren von 57 auf 80 Prozent. Srokas Bruder ist der Mann für Zahlen und Personal. Er selbst kümmert sich um Verkauf, Marketing und die Gäste.
2006 kaufen die Brüder ein Grundstück direkt neben dem Ambassador. Sie bauen das Strandgut Resort, ein 3-Sterne-Budget-Lifestyle-Hotel. Vollkommen neu für den Ort. Jung, frisch und bezahlbar. Im Jahr 2007 feiern sie Eröffnung, das Hotel ist von Beginn an ein Erfolg. Im ersten Jahr liegt die Auslastung bei 87 Prozent, im zweiten bei mehr als 90 Prozent.
Sroka stellt fest, dass das Strandgut zwar locker ist, aber für viele Gäste noch zu gediegen. Am Strand von St. Peter-Ording tummeln sich Surfer mit Kapuzenpulli und Flipflops, die mit dem Bulli an den Strand kommen, aber abends wieder nach Hause fahren. Er denkt an eine Unterkunft, die easygoing ist, in der sich die Leute duzen und die im Vintage-Look designt ist. Gemeinsam mit dem Investor Sönke Kähler ergibt sich die Gelegenheit, das Konzept des Beach Motels umzusetzen.

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